Methodik
Wie wir arbeiten
Wer eine vergangene Welt sichtbar machen will, beginnt nicht mit Bildern, sondern mit Spuren. Texte berichten, Mauern stehen, Inschriften nennen Namen. Auch unsere Arbeit beginnt mit der Frage aller Historikerinnen und Historiker: Was lässt sich mit vertretbarer Sicherheit über die Vergangenheit sagen?
Zum Glück haben schon viele Generationen historisch Forschender an den Quellen gearbeitet – und so fangen wir nicht bei Null an. Viele gute Bücher sind über die Antike geschrieben worden. Es gibt großartige TV-Dokumentationen über die Antike und hervorragende Internet-Projekte – sowohl von historischen Profis als auch von anderen historischen Laien (wie uns). Nicht zuletzt durchforstet die Künstliche Intelligenz heute die Weiten des Netzes und trägt auch aus den Originalquellen antiker Autoren Wissenswertes und Interessantes zusammen.
Immer wieder lohnt sich aber auch der Weg zurück ad fontes – zu den Quellen: Dann stürzen wir uns auf Schriftquellen antiker Autoren, archäologische Befunde und Bildquellen von Reliefs, Münzen und Wandmalereien. (Welche Quellen für eine konkrete Rekonstruktion herangezogen wurden, ist auf den Inhaltsseiten vermerkt.)
Wenn wir uns durch die Recherche eine Vorstellung erarbeitet haben, entstehen ein Text und eine Bildidee. Unsere Bilder sind so etwas wie visuelle Hypothesen. Künstliche Intelligenz dient dabei nicht als Erfinderin, sondern als Werkzeug: Sie übersetzt präzise formulierte Annahmen in Bilder. Ohne Kontrolle rutscht sie schnell in Klischees ab – mittelalterliche Laternen im antiken Rom oder falsche Baumaterialien sind typische Fehler. Allzu oft tragen antike Personen auch Sonnenbrillen und Armbanduhr.
Deshalb bemühen wir uns, jedes Detail zu steuern: Baumaterialien, Dachformen, Lampentypen, Proportionen, Kleidungsschnitte. Bis ein Bild diese Anforderungen erfüllt, durchläuft es manchmal zehn oder mehr Iterationsschleifen.
Trotzdem macht Künstliche Intelligenz Fehler. Ja, man kann sogar sagen: Sie muss Fehler machen, weil sie gezwungen ist, die Lücken in unserem Wissen darüber, wie die Antike ausgesehen hat, in einem Bild zu füllen.
Das Ziel kann daher nicht sein, Vergangenheit zu zeigen, als wäre sie fotografierbar. Das Ziel ist, sie nachvollziehbar zu machen – inklusive ihrer Lücken. Dafür gehören Bild und Text zusammen – und kluge Leserinnen und Leser, die dieser historischen Spielerei mit einer guten Mischung aus Wohlwollen und Skepsis begegnen.
Daher zuletzt die Bitte: Wer in Texten oder Bildern Fehler entdeckt, ist herzlich eingeladen, sie zu melden.