Eine Senatssitzung an den Iden des März
Wenn über Roms Zukunft entschieden wird.
Das erwartet Sie
An den kommenden Iden des März – dem 15. des Monats – versammelt sich der Senat des Imperiums in der Curia Pompeia zu einer Sitzung, die bereits jetzt als eine der bedeutendsten des Jahrzehnts angekündigt wird. Sichern Sie sich rechtzeitig Ihren Platz auf den Besuchertribünen.
Im Mittelpunkt steht Gaius Iulius Caesar selbst: Diktator auf Lebenszeit, Sieger über Gallien, Ägypten und die gesamte östliche Welt – und in wenigen Tagen, am 18. März, Roms mächtigster Feldherr auf dem Weg nach Parthien. Die Sitzung wird Caesars letzte im römischen Senat vor seinem Aufbruch sein; er will die offenen Fragen des kühnsten Feldzuges, den das Imperium je geplant hat, gemeinsam mit dem Senat besprechen und regeln.
Auf der Tagesordnung stehen Provinzzuweisungen, Heeresversorgungsfragen – und ein Gutachten aus den Sibyllinischen Büchern, das in informierten Kreisen bereits als außerordentlich brisant gilt. Was genau darin steht, wird die Sitzung zeigen.
Nachdem Caesar zuletzt sogar von langjährigen Vertrauten dafür in die Kritik geraten ist, dass er beim Lupercalienfest dem öffentlichen Angebot der Königskrone nicht mit der gebotenen Eindeutigkeit begegnet ist, dürfen wir auf eine besonders lebhafte Aussprache über die verfassungsrechtlichen Grundlagen von Caesars Machtfülle gespannt sein. Die Stimmung im Senat ist selten so aufgeladen gewesen wie in diesen Tagen.
Kommen Sie. Nur selten hat die Geschichte eine Senatssitzung angekündigt, bei der so viel auf dem Spiel stand.
- Gaius Iulius Caesar in Person: Der mächtigste Mann Roms – in seiner letzten Senatssitzung vor dem Aufbruch nach Parthien. Eine Begegnung, die Sie so schnell nicht vergessen werden.
- Das Sibyllinische Gutachten: Ein Orakelspruch, der ganz Rom aufwühlt – und über den führende Senatoren demonstrativ schweigen. Was er enthält, werden Sie live erfahren.
- Roms Senatsrhetorik pur: Erleben Sie, wie die brillantesten Köpfe des Imperiums in offenem Schlagabtausch um Roms Zukunft ringen.
- Die Curia Pompeia: Roms elegantester Ausweich-Senatssaal im Komplex des Pompeius-Theaters – mit Kunstwerken, Gartenanlagen und der berühmten Kolossalstatue des Pompeius Magnus.
- Dauer: Vormittagssitzung, ca. 3 Stunden ab der hora tertia (ca. 9 Uhr)
- Termin: Iden des März, 44 v. Chr. (15. März) · Ort: Curia Pompeia, Campus Martius, Rom
- ca. 9:00 Uhr / hora tertia: Einzug Caesars; Eröffnung der Sitzung durch den Diktator.
- ca. 10:00 Uhr / hora quarta: Reguläre Tagesordnung – Provinzzuweisungen, Versorgungsfragen für das Expeditionsheer nach Parthien.
- ca. 11:00 Uhr / hora quinta: Das Sibyllinische Gutachten – und die Aussprache über Caesars Machtstellung.
Hinweis für Zeitreisende aus der Moderne: Die römische hora ist ein Zwölftel des Tageslichts – ihre Länge variiert mit dem Sonnenstand. Die angegebenen Zeiten gelten näherungsweise für einen Märzmorgen in Rom.
Nutzerstimmen aus der Antike
M. Tullius Cicero, sinngemäß nach Epistulae ad Atticum 14, 12 (April 44 v. Chr.). Cicero war an diesem Tag nicht im Senat anwesend – er hatte die Sitzung gemieden. Seine Begeisterung über die Ereignisse des 15. März fasste er in Briefen und Reden; die Bitterkeit kam erst, als deutlich wurde, dass die Hauptakteure keinen Plan für das hatten, was danach kommen sollte. Im Dezember 43 v. Chr. wurde Cicero auf Betreiben des Marcus Antonius ermordet.„O praeclarum diem!“
„Oh, welch herrlicher Tag!“
Historischer Kontext
Die Tagesordnung der Iden des März – also des 15. März – 44 v. Chr. ist uns nicht im Detail überliefert. Klar ist jedoch: Die Sitzung stand ganz im Zeichen eines großen militärischen Vorhabens, das unmittelbar bevorstand. Caesar hatte für den 18. März seinen Aufbruch zu einem Feldzug gegen die Parther geplant, ein mächtiges Reich im Gebiet des heutigen Iran und Irak.
Dieser Krieg hatte eine lange Vorgeschichte. Im Jahr 53 v. Chr. hatte Rom dort eine der schlimmsten Niederlagen seiner Geschichte erlitten: Bei Carrhae wurden sieben Legionen unter dem Befehl des Marcus Licinius Crassus vernichtet. Viele Römer empfanden diese Niederlage als nationale Demütigung.
Caesar plante nun eine gewaltige Strafexpedition. Nach Jahren der Vorbereitung standen mindestens fünfzehn Legionen bereit. Der Feldzug sollte Roms Ehre wiederherstellen – und zugleich Caesars eigenen Ruhm weiter steigern.
Deshalb ging es in der Senatssitzung am 15. März auch um praktische Fragen: Wer sollte während Caesars Abwesenheit welche Provinz verwalten? Wie sollten Versorgung und Finanzierung des Heeres organisiert werden? Wer würde welche militärischen Kommandos erhalten?
Das waren zunächst ganz gewöhnliche Aufgaben römischer Politik. Doch hinter diesen Routinefragen stand eine viel größere Sorge: Was würde aus der Republik werden, wenn der mächtigste Mann des Staates für Jahre im Osten Krieg führte – und vielleicht als noch mächtigerer Sieger zurückkehrte?
Seit Februar 44 v. Chr. war Caesar dictator perpetuo, also „Diktator auf Lebenszeit“. Ursprünglich war die Diktatur ein Notamt gewesen: Ein einzelner Mann erhielt für kurze Zeit außergewöhnliche Vollmachten, um eine Krise zu lösen. Danach legte er das Amt wieder nieder.
Caesars lebenslange Diktatur sprengte dieses alte Prinzip. Viele Senatoren hatten deshalb das Gefühl, dass ihre politische Mitbestimmung bereits stark eingeschränkt war – und nach einem großen Sieg über die Parther vielleicht ganz verschwinden könnte.
Die Königsfrage
Über der politischen Situation schwebte noch ein weiteres, besonders heikles Thema: die Frage nach einem Königtum.
Für Römer war das Wort rex – König – äußerst belastet. Nach ihrer eigenen Erinnerung hatten sie im Jahr 509 v. Chr. den letzten König aus Rom vertrieben. Seitdem galt die Republik als Gegenmodell zur Monarchie.
Trotzdem war genau diese Möglichkeit plötzlich wieder Thema geworden.
Beim Lupercalienfest im Februar 44 v. Chr. hatte Marcus Antonius, einer von Caesars engsten politischen Verbündeten, ihm öffentlich ein Diadem – das traditionelle Zeichen eines Königs – angeboten. Dreimal hielt Antonius das Diadem hoch, dreimal lehnte Caesar es ab.
Aber diese Szene beruhigte nicht alle Beobachter. Manche glaubten, Caesar habe den Titel nur deshalb abgelehnt, weil das Publikum ablehnend reagierte. Andere vermuteten ein politisches Schauspiel: Man habe testen wollen, wie die Bevölkerung auf einen König reagieren würde.
So blieb eine beunruhigende Frage im Raum: Was würde geschehen, wenn Caesar nach einem triumphalen Sieg im Osten zurückkehrte?
Ein Gerücht
In diese angespannte Situation passt auch ein bemerkenswertes Gerücht, das der Schriftsteller Sueton später überliefert (Divus Iulius 79). Demnach habe ein Senator namens Lucius Cotta geplant, bei der Sitzung am 15. März einen Antrag einzubringen: Caesar solle für den bevorstehenden Feldzug den Titel rex erhalten – allerdings nur außerhalb Italiens.
Zur Begründung habe Cotta angeblich auf ein Orakel aus den Sibyllinischen Büchern verwiesen. Diese Sammlung religiöser Prophezeiungen wurde in Rom von einem Priesterkollegium verwaltet. Dem Gerücht zufolge habe darin gestanden, dass nur ein König die Parther besiegen könne.
Ob diese Geschichte stimmt, ist höchst unsicher. Aber selbst wenn das Gerücht nicht wahr war, zeigt es etwas Wichtiges: Viele Zeitgenossen hielten es durchaus für möglich, dass Caesar sich irgendwann zum König machen lassen könnte.
Die Verschwörung
Das Attentat auf Caesar war nicht die Tat eines einzelnen Mannes. Geplant und ausgeführt wurde es von einer Gruppe römischer Senatoren, die glaubten, Rom vor einer neuen Alleinherrschaft retten zu müssen. Antike Autoren sprechen von mehr als sechzig Beteiligten. Es handelte sich um Mitglieder der politischen Elite der Republik: ehemalige Konsuln, Prätoren und erfahrene Militärs.
Diese Männer bildeten jedoch keine geschlossene politische Bewegung. Ihre Motive waren unterschiedlich. Einige sahen sich als Verteidiger der republikanischen Ordnung und fürchteten, Caesars lebenslange Diktatur könne sich bald in eine Monarchie verwandeln. Andere fühlten sich persönlich übergangen oder politisch zurückgesetzt. Wieder andere hofften vermutlich, nach Caesars Tod selbst größeren Einfluss zu gewinnen. Gemeinsam war ihnen die Überzeugung, dass Caesars Macht weiter wachsen würde – besonders, wenn er aus einem erfolgreichen Feldzug gegen die Parther zurückkehrte.
Die treibende Kraft der Verschwörung war Gaius Cassius Longinus. Cassius war ein erfahrener Offizier und politischer Pragmatiker, der Caesar seit dem Bürgerkrieg misstraute. Ihm war jedoch klar, dass ein Attentat politisch nur dann Unterstützung finden würde, wenn ein Mann mit großem moralischem Ansehen daran beteiligt war.
Diese Rolle spielte Marcus Iunius Brutus. Brutus galt vielen Römern als Vertreter altrömischer Tugenden. Sein Name hatte außerdem eine symbolische Bedeutung: Ein Vorfahr von ihm, Lucius Iunius Brutus, soll im 6. Jahrhundert v. Chr. den letzten König Roms vertrieben haben. Dass nun wieder ein Brutus gegen einen Mann vorging, der von manchen als möglicher König betrachtet wurde, verlieh der Verschwörung eine historische Dramaturgie.
Wir können vermuten, dass sich im Lauf des Winters 44 v. Chr. immer mehr Senatoren der Gruppe anschlossen. Am Ende war die Zahl der Beteiligten so groß, dass es fast erstaunlich wirkt, dass der Plan nicht früher entdeckt wurde. Wahrscheinlich lag das weniger an perfekter Geheimhaltung als an Caesars eigenem Verhalten. Mehrere Warnungen vor einem Anschlag soll er nicht ernst genommen haben. Seine persönliche Leibwache hatte er kurz zuvor sogar entlassen – vermutlich, um zu zeigen, dass er sich unter seinen Mitbürgern sicher fühlte.
Die Verschwörer entschieden schließlich, Caesar während einer Senatssitzung zu töten. Dort würde er unbewaffnet erscheinen und von vielen Senatoren umgeben sein. Außerdem sollte der Ort eine politische Botschaft vermitteln: Der Mord sollte nicht wie eine heimliche Intrige wirken, sondern wie eine Tat im Namen der Republik.
Die Iden des März
Die Ereignisse des 15. März 44 v. Chr., der berühmten Iden des März, lassen sich aus mehreren antiken Quellen rekonstruieren. Die wichtigsten Berichte stammen von Plutarch, Sueton und Cassius Dio. Sie schrieben darüber allerdings alle erst Jahrzehnte später und überliefern teilweise sehr unterschiedliche Details. Dennoch stimmen ihre Darstellungen im Ablauf der Ereignisse in den Grundzügen überein.
Am Morgen des 15. März bereitete sich Caesar demnach auf die anstehende Senatssitzung vor. Sie fand an diesem Tag nicht im üblichen Senatsgebäude statt, sondern in der Curia Pompeia, einem Versammlungsraum im Theater des Pompeius.
Zunächst zögerte Caesar aufzubrechen. Mehrere Quellen berichten, dass er sich an diesem Morgen unwohl fühlte. Seine Frau Calpurnia soll ihn nach einem beunruhigenden Traum sogar gebeten haben, zu Hause zu bleiben. Auch andere Vorzeichen wurden später als Warnungen gedeutet.
Schließlich wurde Caesar doch zum Aufbruch bewegt – ausgerechnet von einem seiner engsten Vertrauten: Decimus Brutus Albinus. Decimus gehörte selbst zu den Verschwörern. Er soll Caesar überzeugt haben, dass es unklug sei, den Senat warten zu lassen und damit den Eindruck von Unsicherheit zu erwecken.
Als Caesar die Curia Pompeia betrat, erhoben sich die anwesenden Senatoren. Unter ihnen standen auch die Verschwörer, die bereits verabredet hatten, wie sie den Angriff beginnen wollten.
Der erste Schritt, so berichtete man später, gehörte Tillius Cimber. Er trat vor Caesar und bat um die Begnadigung seines verbannten Bruders. Diese Bitte war nur ein Vorwand. Während Caesar antwortete, rückten die anderen Verschwörer näher.
Als Caesar ablehnte, packte Cimber plötzlich Caesars Toga und zog daran. Das war das verabredete Signal. Der erste Stich kam von Publius Servilius Casca.
Was folgte, dürfte kein präzise koordinierter Anschlag gewesen sein, sondern ein chaotischer Angriff. Mehrere Männer stürzten gleichzeitig auf Caesar zu. In der Enge des Raumes drängten sie sich um ihn, während andere Senatoren erschrocken zurückwichen oder in Panik flohen.
Nach antiker Überlieferung erlitt Caesar 23 Stichwunden. Der Arzt Antistius, der den Leichnam später untersuchte, soll festgestellt haben, dass vermutlich nur eine einzige Wunde tödlich gewesen war.
Caesar brach schließlich am Fuß einer Statue seines früheren Rivalen Pompeius zusammen. Sueton hebt später die Ironie dieser Szene hervor: Unter dem Blick des Mannes, den Caesar im Bürgerkrieg besiegt hatte, fand sein eigenes Leben ein Ende.
Innerhalb weniger Minuten war der mächtigste Mann der römischen Welt tot – und Rom stand vor einer politischen Krise, deren Folgen noch Jahrzehnte nachwirken sollten.
- Datum: 15. März (Iden des März) 44 v. Chr.
- Ort: Curia Pompeia, Campus Martius, Rom
- Hauptakteure: Caesar · Brutus · Cassius · Casca · Decimus Brutus Albinus · 60+ Beteiligte
- Auslöser: dictator perpetuo · Lupercalia-Diadem-Episode · Gerücht eines rex-Antrags bei der Sitzung (Sueton, Div. Iul. 79 – Historizität unsicher)
- Attentat: 23 Stiche (nach Sueton) – davon nur einer tödlich (nach Antistius)
- Folgen: Bürgerkrieg · Ende der Republik · Aufstieg des Augustus
Rekonstruktion
KI-Rekonstruktion
So könnte die Senatssitzung in der Curia Pompeia am 15. März 44 v. Chr. ausgesehen haben (KI-Rekonstruktion)
Wie sah Caesar aus?
Wer Caesar in einer KI-Rekonstruktion oder auf einem antiken Porträt wiedererkennen will, muss vor allem nach einem Merkmal Ausschau halten: der Glatze. Sueton (Div. Iul. 45) notiert, Caesar habe seine Kahlheit als größte körperliche Schmach betrachtet und die spärlichen Haare von der Schläfe vorwärts gekämmt, um sie zu kaschieren. Das lebenslange Recht, den Lorbeerkranz zu tragen – offiziell eine militärische Auszeichnung – nutzte er nach Suetons Zeugnis demonstrativ gern, um eben diesen Mangel zu verbergen.
Das älteste und authentischste erhaltene Bildnis ist das sogenannte Tusculum-Porträt (heute in Turin), das als einziger Typus möglicherweise noch zu Caesars Lebzeiten entstand. Es zeigt einen hageren, schmalgesichtigen Mann mit tiefliegenden Augen, ausgeprägten Wangenknochen und einer hohen, freien Stirn – kein Triumphator in Bronze und Pathos, sondern das Gesicht eines Mannes, dem man die fünfundfünfzig Jahre ansieht. Caesar war großgewachsen, von heller Gesichtsfarbe und bei aller körperlichen Anfälligkeit von bewusster Selbstinszenierung bis in die Kleidung hinein: Nach Sueton achtete Caesar auf besondere Wirkung, auch in Details der senatorischen Tunika (mit latus clavus, einem breiten Purpurstreifen). Die Toga darüber blieb das Zeichen des römischen Bürgers.
Wo spielte sich das Geschehen ab – und warum nicht woanders?
Die KI-Rekonstruktion versucht, auch den Ort der berühmten Senatssitzung mit einiger Plausibilität wiederzugeben. Aber wo fand sie eigentlich statt? Wer das Attentat auf dem Forum Romanum oder im klassischen Senatsgebäude verortet, folgt einem verbreiteten Irrtum. Die Curia Iulia, das eigentliche Senatsgebäude, existierte am 15. März 44 v. Chr. noch gar nicht: Das Vorgängergebäude war 52 v. Chr. niedergebrannt – ausgerechnet als spontaner Scheiterhaufen für den Volkstribunen Clodius –, und Caesars Neubau, eben die Curia Iulia, wurde erst 29 v. Chr. unter Augustus eingeweiht.
Der Senat tagte in dieser Zeit in Ausweichquartieren. An den Iden des März war das die Curia Pompeia, ein Sitzungssaal im östlichen Portikus des Pompeius-Theater-Komplexes (Porticus Pompei) im Campus Martius. Pompeius hatte das Ensemble – Theater, Parkanlage und Wandelhallen – als erstes dauerhaftes Steintheater Roms im Jahr 55 v. Chr. eingeweiht; die Porticus dahinter diente als eleganter öffentlicher Wandelgang mit Kunstwerken, Gartenanlagen und jenem Versammlungsraum.
In diesem Raum stand eine Kolossalstatue des Pompeius Magnus. Caesar fiel nach antiker Überlieferung genau zu ihren Füßen – ein Detail, das schon die antiken Autoren als schicksalhaft empfanden: Kein passenderer Ort hätte es geben können. Der Mann, den Caesar aus Rom getrieben, militärisch besiegt und zuletzt durch ägyptische Hände ermorden lassen hatte, hatte gleichsam das letzte Wort.
Das Rekonstruktionsbild zeigt eine plausible Interpretation dieses Raums: Die Halle ist von Sitzbänken gesäumt, und im Hintergrund ist die Pompeius-Statue auf ihrem Sockel erkennbar – das historisch bedeutsamste architektonische Detail der Szene.
Quellen & Weiterlesen
Weiter lesen, schauen und staunen
Primärquellen
- C. Suetonius Tranquillus: Divus Iulius 45; 79–82 (Caesars Erscheinung; Verschwörung und Attentat; 79 enthält das percrebruerat-Gerücht des Lucius Cotta – ausdrücklich als Gerücht formuliert)
- Plutarch: Caesar 63–66; Brutus 14–17 (Ablauf der Verschwörung und des Attentats; erwähnt die Sibyllinenprophezeiung nicht)
- Cassius Dio: Historiae Romanae 44, 15–20 (wiederholt das Gerücht des geplanten rex-Antrags; Ablauf)
- Appian: Bellum Civile 2, 111–118 (Hintergründe; Reaktion Roms)
- M. Tullius Cicero: Philippicae 2 (Lobredner der Verschwörer; wichtige Quelle für die politische Stimmung)
- Velleius Paterculus: Historiae Romanae 2, 56–57 (knappe, zeitnahe Zusammenfassung)
Sekundärliteratur
- Christian Meier: Caesar.Berlin: Siedler 1982 – (Standardwerk, das immer wieder neu aufgelegt wird).
- Mary Beard: SPQR. Eine Geschichte des alten Rom. Beck, München 2015 –.
- Sommer, Michael: Mordsache Caesar. Die letzten Tage des Diktators. 2. Aufl. MÜnchen: C. H. Beck 2024.
- Holland, Tom: Rubikon. Triumph und TragÖdie der RÖmischen Republik. Stuttgart: Klett-Cotta 2015.
- Sommer, Michael / Lahr, Stefan von der: Die verdammt blutige Geschichte der Antike. MÜnchen: C. H. Beck 2025.